Chinesisch als 3. Fremdsprache

Chinesisch als ganz normales Schulfach?

Ganz neu, ganz aufregend und sehr exotisch beginnt das Schuljahr für Achtklässler, die Chinesisch als dritte Fremdsprache gewählt haben. Chinesisch wird als Hauptfach mit 4-5 Unterrichtsstunden pro Woche unterrichtet. In drei Jahren Schulzeit soll ein Basiswortschatz von 500-600 Schriftzeichen (mündlich und schriftlich) gelernt werden. Wenn man Chinesisch in der Kursstufe weiterführt, kommen in den zwei Jahren vor dem Abitur nochmals ca. 500-600 Zeichen dazu. Somit käme man auf 1000-1200 Schriftzeichen, die die Schüler/innen mit dem Abitur und somit am Anfang eines möglichen Studiums können sollen. Diese Möglichkeit ist besonders nützlich, wenn man sich später mit Fremdsprachen befassen möchte, ein besonderes Interesse an China hat oder in der freien Wirtschaft einmal mit sehr großen Firmen zu tun haben wird.

Entscheidet man sich für ein Studium in diesem Bereich (Hauptfach oder Nebenfach Sinologie) hat man den Grundstein schon gelegt und fängt nicht, wie der größte Teil der Sinologiestudenten bei null an. Ein Auslandsjahr in China nach dem Abitur oder nach der 10. Klasse rundet das Vorwissen ab und man hat einen großen, vor allem auch mündlichen, Wortschatz. Zudem hat man kulturelle Erfahrungen gewonnen, die für die Sprache auch wichtig sind und nur teilweise im Unterricht angesprochen werden können. Es gibt mehrere Besonderheiten, die das Chinesische von den europäischen Sprachen unterscheidet. Im Chinesischen werden nicht nur Wörter gelernt. Die Aussprache ist durch die vier Töne (plus einen neutralen Ton) schon eine Besonderheit an sich. Dazu kommen viele verschiedene Zischlaute, die intensiv gelernt und geübt werden müssen, um sie unterscheiden zu können (sowohl verstehen als auch selbst aussprechen). Und zu guter Letzt sind da natürlich die Schriftzeichen, die das „Exotische“ an der Sprache ausmachen.


 




HG-Schüler üben sich in Kalligraphie

Fester Bestandteil des Chinesisch-Unterrichts ist die „Kalligraphie“ genannte Kunst des Schriftzeichen-Schreibens. Die ersten kreativen Versuche, die chinesischen Schriftzeichen nach den genauen Regeln der äußeren Erscheinung und der Strichfolge zu schreiben, haben die Schülerinnen und Schüler der ersten Chinesisch-Klasse am Hellenstein-Gymnasium schon hinter sich. Begeisterung kam vor allem auf, weil diese Stunden eine sehr lockere, oft sogar meditative Atmosphäre hervorrufen und sie sich gleichzeitig mit etwas völlig Neuem beschäftigen, diese Einheit also besonders intensiv wahrnehmen. Einigen hat es großen Spaß gemacht, sich auf die kleinen Details beim Schreiben eines Schriftzeichens zu konzentrieren. Andere hatten besonders viel Spaß an der Kreativität, die man hier ausleben konnte. Das Ergebnis der Unterrichtseinheit ist durchaus präsentabel und kann im Flur des Hellenstein-Gymnasiums besichtigt werden.

Text und Foto: Alexandra Jäger