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Frau Iskounen hat einen Aufsatzwettbewerb in Ihren Klassen ausgelobt. Hier zwei eingereichte, sehr beeindruckende Kurzgeschichten:

 

Das Loch


von Carlotta Kondring



Sie wachte auf. Die Uhr zeigte halb 10. Die Sonnenstrahlen blendeten ihr Gesicht. Sie waren hell. So hell, dass sie ihre Augen nicht aufbekam. Sie stand von ihrem Bett auf und ging zu ihrem Vorhang und schloss ihn. Er war weiß, warum wusste  sie selber nicht. Er hatte an einer Stelle ein Loch. Sie überlegte, woher das Loch kam. Die Sonne schien hindurch.


Erst nach einer Weile merkte sie, wie lange sie das Loch beobachtet hatte. Ihr war langweilig. Sie fragte sich, was sie als nächstes tun könnte. Was sie fühlte, wusste sie selber nicht so genau.


In ihrem Kopf war nichts anderes, außer die Krankheit, die seit einiger Zeit herumging. Wie lange diese noch anhält, das wusste sie nicht. Das wusste keiner. Wenn sie am Abend mit ihren Eltern Nachrichten schaute, konnten diese auch nicht mehr als am Vortag berichten. In den Zeitungen und im Fernsehen war nichts anderes mehr als diese Krankheit. Sie hatte alles geändert. Alles. Die Schulen hatten zugemacht, die Läden schlossen und keine Seele war mehr auf der Straße zu sehen. Die Leute hatten Panik, sie nahmen den anderen die Lebensmittel weg. Keiner durfte raus. Man war zuhause eingesperrt.


Sie fühlte Leere. Das war es. Sie konnte sich nicht mit ihren Freunden treffen, wurde mit Schulaufgaben bombardiert und hatte sonst nichts zu tun.


Sie wandte sich von dem Vorhang weg und legte sich genau wieder so ins Bett, wie sie eingeschlafen war. Die Decke weiß. Man sah ein paar Schatten von den Lichteinfällen.


So verging der Tag. Sie ging ins Bett. Die Uhr zeigte halb 10. Das Licht des Vollmondes schien auf ihr Gesicht. Es war hell. So hell, dass sie ihre Augen nicht schließen konnte. Sie stand von ihrem Bett auf und ging zu ihrem Vorhang und schloss ihn. Er war weiß, warum wusste  sie selber nicht. Er hatte an einer Stelle ein Loch. Sie überlegte, woher das Loch kam. Der Mond schien hindurch. Sein Licht beruhigte sie. Sie sah durch das Loch eine Sternschnuppe. Alles wird gut.

 


 
Kurzgeschichte


von Julia Latschugina



Die Sonne strahlt in mein Zimmer. Ein schöner Tag sollte es eigentlich werden. Aber dieser wird genau wie der gestrige. Ich frage mich gar nicht mehr, was für ein Wochentag heute ist. Ist das überhaupt noch wichtig? Ich werde aus meinen Gedanken gerissen.
"Möchtest du was essen?” fragt Mama.
"Was ist heute für ein Wochentag?” möchte ich wissen.
"Ich habe dir Frühstück gemacht.”
"Ist denn schon Wochenende?”
"Du musst mal wieder dein Zimmer putzen.”
"Vielleicht.”
"Dienstag, heute ist Dienstag.”
"Erst?”
"Ja die Zeit vergeht kaum, ich weiß, wir müssen das Beste draus machen.”
"Vielleicht.”
"Willst du jetzt was essen?”
"Vielleicht ? "
Ist es nicht komisch, von einem Tag auf den anderen ändert sich alles. Alle deine Pläne kannst streichen, aber wir müssen doch das Beste draus machen, oder? Vielleicht. Die Schule, ich hätte nicht gedacht, ich würde sie vermissen, aber sie fehlt uns doch allen. Ist es nicht immer so, man will immer das haben, was man im Moment nicht kriegen kann, oder? Vielleicht. Ich könnte ein Buch lesen oder was malen, oder? Vielleicht. Eigentlich muss ich noch lernen, wäre auch wichtig in dieser Zeit, oder? Vielleicht. Eigentlich gehe ich nicht oft in die Kirche, aber heute hätte ich Lust, oder? Vielleicht. Ich mag kein Eis, nein, aber jetzt wäre ich gerne mit meinen Freunden im Eiscafé,oder?.Vielleicht. Kino, Kino klingt auch gut, oder? Vielleicht.
Ich weiß vieles nicht, ich bin mir unsicher, was ich im Moment wirklich tun will. Oder ob ich mir nur einbilde, dass ich das tun will. Aber eins weiß ich sicher, ich bin froh, wenn ich wieder sagen kann:
"Nein nicht schon wieder Schule.” oder: ,,Heute lasse ich mal den Gottesdienst ausfallen.” Ich bin froh, wenn ich wieder sagen kann: "Das Kino ist mir jetzt zu stressig, ich schau den Film lieber zuhause.” oder ,,mit meinen Freunden treffe ich mich morgen, heute bin ich lieber für mich allein.”
Die Entscheidung darf ich dann endlich wieder alleine treffen, auch wenn ich mich fürs zu Hause bleiben entscheide, wie ich es jetzt sein muss. Man will ja immer das, was man im Moment nicht haben kann, oder? Ja!