Europarede Klasse 10a zum Euroscola Wettbewerb 2019

Um die  weltweit anerkannten hohen Sozial- und Umweltstandards der EU weiterhin zu garantieren, dürfen sich die EU-Staaten nicht von Großkonzernen gegenseitig ausspielen lassen und niedrigere Steuersätze zur Ansiedlung von Briefkastenfirmen anbieten, um nationale Steuereinnahmen zu Lasten anderer EU-Partner zu erzielen. Das ist unsolidarisch und widerspricht dem Geist einer echten Wertegemeinschaft. Die Zukunftschancen der jungen Generation in ganz Europa dürfen durch eine solche Politik einzelner Staaten nicht geschmälert werden!


Allerdings läuft noch lange nicht alles perfekt auf unserem Kontinent. Kinder sind unsere Zukunft. Heutzutage nimmt Bildung immer mehr an Bedeutung zu. Auch soziale Verhältnisse haben einen großen Einfluss auf deren Entwicklung. Doch wie sollen diese Voraussetzungen gewährleistet werden, wenn Familien nicht genug in finanzieller Hinsicht unterstützt werden? In Ländern wie Spanien oder in Extremfällen wie Griechenland liegt das Kindergeld bei unter 25 Euro im Monat – wie sollen Familien so die Bildung und die Lebenshaltungskosten ihrer Kinder stemmen? Wie können Kinder eine normale Kindheit durchleben und sich positiv entwickeln, wenn sie nicht mal wissen, was sie morgen essen werden? Griechenland ist ein Beispiel für so eine Lage und ohne wirtschaftliche Unterstützung und bestimmter Entwicklungsmaßnahmen durch die EU wird diese Situation nicht positiv verändert. Wir bekennen uns zu dieser gegenseitigen Hilfe!


Oft wird Europa mit den drei Bergen in Verbindung gebracht: Golgotha, sinnbildlich für die jüdisch-christliche Erziehung. Das Kapitol, ein Symbol für das Römische Recht, als Grundlage  unserer Rechtsordnung. Und die Akropolis in Griechenland, dem Geburtsort der Demokratie; entstanden durch die dortige Philosophie und der Anerkennung des einzigartigen Wertes des Individuums. Heutzutage gelten diese Werte als Selbstverständlichkeit und die Metapher ist für viele Jugendliche deswegen nicht mehr zeitgemäß. Neue Ideen bilden zunehmend das Fundament für die Neuzeit: Toleranz, Bildung und Tradition. Sie sind die Grundpfeiler des neuen Europas und werden permanent in den Medien debattiert. Gemeinschaft ohne Toleranz ist keine Gemeinschaft! Unterschiede machen uns aus – die Europäische Union kann ohne diese Toleranz nicht existieren. Wir müssen die sozialen und kulturellen Unterschiede akzeptieren und auch wertschätzen. Bildung ist der Schlüssel  zu einer strahlenden Zukunft!
Europa ist stark von seiner reichen Geschichte und unterschiedlichen Traditionen geprägt. Deshalb erscheint es uns als Young German Europeans wichtig, Tradition und Moderne zu vereinen. Gerade junge Leute sollten durch die Förderung von Begegnungen und kulturellen Austausch dazu befähigt werden. Das Erasmus-Projekt an unserer Schule sehen wir hierfür als besonders gute Plattform an und wollen dessen Ausbau fördern.

Dazu fordern wir von Europa und dem zu wählenden Europaparlament:
1. Ein kostenfreies Zugticket für alle Europäer/innen anlässlich ihres 18. Geburtstags; gültig für alle EU-Staaten (1 Jahr Gültigkeit) zum persönlichen Kennenlernen und kulturellen Austausch in Europa
2. Günstigere Studiengebühren im Ausland. Beispielsweise betragen die Studiengebühren in Großbritannien mehrere Tausend Pfund im Jahr. Wie sollen sich finanziell schwache Familien auf das Menschenrecht auf Bildung berufen können?
3. Kostenlose Hotspots in der ganzen EU und schnelleres Internet als Grundlage der Digitalisierung unseres Kontinents 4.
4. Bessere Bildung und mehr Arbeitsplätze in Staaten wie Griechenland oder Portugal! Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und bessere Optionen zum Studieren und Absolvieren einer Ausbildung im EU-Ausland
5. Mehr Fremdsprachenunterricht an Schulen. An allen Gymnasien soll eine dritte Fremdsprache und an Realschulen soll Französisch verpflichtend eingeführt werden. Auslandsaufenthalte sollten so nicht nur für Studenten und Gymnasiasten leichter möglich sein, sondern auch für Auszubildende. Die Kultur Europas darf nicht allein bestimmten Gruppen vorbehalten sein, sondern muss breiteren Schichten erfahrbar und durch Ausbildungsabschnitte im Ausland persönlich erlebbar gemacht werden
6. Die Anpassung des Kindergelds an das jeweilige Bruttoinlandsprodukt (ca. zwischen 120 € und 200 €) aller EU-Staaten
7. Die Anpassung des Mindestlohnes auf ca. 60 % des Durchschnittseinkommens des jeweiligen Mitgliedstaates. Kindern darf aufgrund der schlechten Finanzlage der Eltern keinesfalls der Zugang zu Bildung verwehrt werden
8. Bessere Straßen und Ausbau der Infrastruktur in Staaten wie Italien oder Spanien
9. Durchsetzung eines einheitlichen Mindestalters für die Kandidatur bei Europawahlen. Es kann nicht sein, dass das passive Wahlrecht bei der Europawahl in einem Staat 18 und in einem anderen Staat 25 ist. Wir fordern deshalb ein einheitliches Mindestalter  für die Kandidatur zum EP von 18 Jahren
10.  Eine besser gestaltete und gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) – vor allem in der Flüchtlingspolitik
11. Das Vereinigte Königreich sollte frühestens fünf Jahre nach dem Brexit wieder in die EU aufgenommen werden. Die EU muss in diesem Fall konsequent handeln und als Einheit agieren

Zur Umsetzung werden wir:
1. Einen Mensaaktionstag am Hellenstein-Gymnasium durchführen, um ihnen Europas Vielfalt auf unterschiedliche Weisen näherzubringen.
2. Wir haben uns gemeinsam mit Parallelklassen bei einem Multivisionsvortrag Ende Januar 2019 an der Hochschule Aalen über das Europaparlament informiert und mit dem Referenten diskutiert
3. Wir werden auf der Schulhomepage und in den Klassenzimmern für die Verbreitung unseres Aufrufs zur Teilnahme an der Europawahl sorgen
4. Wir werden auf dem Schulhof Flyer zum Thema Europawahl verteilen und Referenten/innen zu uns einladen
5. Wir werden informelle Kanäle aus Sportvereinen und zu den Nachbarschulen nutzen, um unsere Forderungen Nachdruck zu verleihen. Wir setzen Social Media zur Verbreitung ein
6. Im Unterricht diskutieren wir über Themen, die Europa und uns selbst betreffen und debattieren darüber, was das Beste für Europa ist
7. Wir versuchen, die Geschichte Europas zu behandeln und zu erhalten
8. Wir werden uns am bundesweiten Schulprojekt zur Europawahl 2019 „Juniorwahl“ beteiligen und unsere Parallelklassen darüber informieren

Mithilfe dieser Forderungen können wir unsere Vorstellung von einem gemeinsamen Europa realisieren! Dazu gehört, dass gerade junge Leute sich für ihre Zukunft einsetzen und die Chancen, Europa zu verbessern, nutzen müssen. Verleihen wir Europa endlich auch die jugendliche Stimme, die unser alter Kontinent mit seinen tiefreichenden Wurzeln braucht! Viele Erstwählerinnen und Erstwähler haben in der Brexit-Abstimmung nicht von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht und müssen nun als junge Generation unter den Folgen einer Entscheidung leiden, die mehrheitlich von der älteren Generation abgestimmt wurde. Dabei sollten doch gerade junge Leute über ihre Zukunft entscheiden und zur Stimmabgabe gehen!  In einer globalisierten Welt ist Zusammenhalt wichtiger denn je. Wir bekennen uns zu den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen und wollen, dass Europa als internationaler Partner die großen Themen unserer Zeit wie Klimawandel, Migration und Menschenrechte mitgestaltet. Diese Globalthemen können nicht mehr im nationalen Rahmen gelöst werden und deshalb brauchen wir als Jugendliche die EU als verlässliche Wertegemeinschaft und das Europaparlament als wirksames und zukunftsfähiges Sprachrohr für unsere gemeinsamen Interessen mehr denn je!
Jede Stimme zählt.

 

Nutzt Eure Möglichkeit, unser gemeinsames Haus Europa zu gestalten und geht am 26. Mai zur Wahl!


Die ErstunterzeichnerInnen – Heidenheim an der Brenz, den 26.02.2019