"Das Hellenstein-Gymnasium im Spiegel der Zeit"

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Die Klasse 10a widmete sich im Unterrichtsfach Geschichte bei Frau Kiefer dem Projekt "Das Hellenstein-Gymnasium im Spiegel der Zeit"

 

Das HG in den Jahren 1899-1918:

 

 

Die Geschichte des Hellenstein-Gymnasium reicht noch weiter zurück als 1899, denn als Lateinschule existierte das HG schon vor 1500. Doch erst im Jahre 1899 beginnt die Geschichte der Schule, wie wir sie kennen: im heutigen Schulgebäude.

 

Das politische Umfeld

Das Ende des 19. Jahrhunderts war gekennzeichnet durch die immer weiter fortschreitende Industrialisierung auf der ganzen Welt. Ebenfalls gekennzeichnet war diese Zeit durch politische Unruhen. In Deutschland, das damals noch ein Kaiserreich war, war es nicht anders. Wilhelm II war damals an der Macht. Im Jahr 1898 begann das Wettrüsten zur See zwischen Deutschland und England, als der damalige Leiter des Reichsmarineamtes Alfred von Tirpitz Gesetze zur deutlichen Aufstockung der deutschen Flotte erlies. Die Engländer fassten das als Bedrohung auf, da sie als führende Seemacht galten. Das belastete die Beziehung beider Staaten sehr und war eine der Ursachen für den 1. Weltkrieg.

 

 

Der Bau des HG´s

In diesem politischen Klima entstand das Schulgebäude des Hellenstein-Gymnasiums. Es wurde im Jahr 1899 nach ungefähr zehnjähriger Bauzeit vollendet. Damals sah es aber noch nicht ganz so aus wie heute, denn das Gebäude war erst dreistöckig, die Turnhalle existierte noch nicht und das Dach zierte ein Türmchen (siehe Bild). Es wurde im Wilhelminischen Baustiel errichtet, genauso wie die nicht weit entfernte Pauluskirche, allerdings schon beeinflusst vom Jugendstil. Man mus wissen, dass damals der Bereich um das HG noch nicht bebaut war. Das heißt, das HG stand praktisch als Solitärgebäude auf dem Bahnhofsplatz. Es prägte somit das damalige Stadtbild ganz gewaltig, besonders auch weil es die anderen Gebäude an Höhe überragte.

 

 

Die Architekten

Die Architekten des HG waren Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle. Beide hatten auch vorher schon lange zusammengearbeitet und brachten gemeinsam eine Architektenzeitschrift heraus. Ludwig Eisenlohr wurde 1851 in Nürtingen geboren. Er war ein sehr berühmter Architekt, denn er entwarf unter anderem auch den Berliner Reichstag und das Reichsgerichtsgebäude in Leipzig. Er starb im Jahr 1931. Carl Weigle wurde 1849

in Ludwigsburg geboren. Er erlangte als Architekt in Zusammenarbeit mit Ludwig Eisenlohr

die Titel königlicher Baurat und Oberbaurat. Er starb im Jahre 1932. Die Stadt Heidenheim leistete sich somit zwei hervorragende Architekten für das Schulhaus. Das war aber nur möglich, weil Heidenheim vorherschon durch Industrien wie WCM und Voith reich wurde.

 

 

Schulleben am HG

Das HG diente zur Zeit der Fertigstellung des Gebäudes als Realschule, weshalb der Bau damals „Realschulgebäude“ genannt wurde. Die Schule wurde damals schon seit 1890 von Rektor Maiter geleitet. Im Jahre 1905 wurde das HG ein Realprogymnasium, d.h. Ein Gymnasium, bei dem die letzte Klasse fehlte. Im Jahr 1907 wurde dann Rektor Maiter von Rektor Rommel. Im Jahr 1914 machte dann die erste Abiturklasse ihren Abschluss. Die Geschichte des HG von ?-1918 ist also gekennzeichnet durch den Bau des Schulgebäudes und die Umstellung von Realschule auf Gymnasium und ist somit grundlegend für die weitere Geschichte des Hellenstein-Gymnasiums.

 

Das HG in den Jahren 1918-1933:


1.) Allgemeines und Bildung der Schülerinnen und Schülern

Im Zeitraum von 1918 - 1933 war das Hellensteingymnasium eine reine Knabenschule. Zur Zeit der Weimarer Republik entschied oft das Vermögen der Eltern, welche Bildung das Kind genießen durfte. Man versuchte durch ein entsprechendes Programm des Schulgeldreduzierens Kinder aus ärmeren Familien in das höhere Bildungswesen einzugliedern.


2.) Die Schulleiter zur Zeit der Weimarer Republik (1918 – 1933)

- Herr Rommel bis 1920 - Schapper bis 1933


3.) Neutralität der Heidenheimer Schulen

Um die Heidenheimer Schulen neutral zu erhalten, wurden bestimmte Verbote und Einschränkungen in Kraft gesetzt. Dazu gehörten:

- Verbot parteilicher Veranstaltungen an der Schule

- Schüler duften an keinen öffentlichen Parteiumzügen teilnehmen

- es war verboten Jugendgruppen beizutreten

- es war verboten parteiliche Abzeichen zu tragen

- man dufte auch nicht parteiliche Schriften innerhalb der Schule veröffentlichen


4.) Soziale und wirtschaftliche Probleme

Zurzeit von Weimar gab es eine Mehlkrise, wodurch die Schüler unterernährt waren. Dazu kam noch eine Kohlekrise, wodurch die Kohlevorräte der Schulen mangelhaft waren. Erstmals wurde das hitzefrei eingeführt und die so genannten Kohleferien.


5.) Atmosphäre in den Schulen

Für die Beleuchtung in den Klassenräumen dienten Lichtbogenlampen, wobei das Licht hell war und stets flackerte. Die Schultoiletten befanden sich in einem „Klohäußle“. Die Pissrinnen waren sehr übel riechend und unhygienisch. Es gab insgesamt 12 Kabinen mit Plumpsklos. Dazu kam noch, dass die Klowände mit unfeinen Sprüchen versehen waren.


6.) Unterricht

Jede Klasse hatte ihre eigene Mützenfarbe. Als Fremdsprachen wurden Englisch und Französisch unterrichtet. Dazu kam noch, dass viel Wert auf die Handschrift gelegt wurde und die Schüler genauso schön wie ihre Lehrer schreiben sollten.

Der damalige Sportunterricht war sehr hart. Die Schüler mussten beispielsweise Stabübungen durchführen. Die damaligen Sportlehrer waren trotzdem beliebt, vor allem aufgrund ihrer guten Motivationsfähigkeiten. Im Winter durften die Schüler sogar Schneeballschlachten durchführen. Zur Weihnachtszeit wurden im Physikunterricht einen Nachmittag lang Experimente durchgeführt.

 

Das HG in den Jahren 1933-1945:

Wir befassen uns mit den Jahren von 1933 bis 1945 des Hellenstein-Gymnasiums. In Deutschland herrschte zu dieser Zeit der Nationalsozialismus. Dies zeigte sich an der rechtsradikalen Erziehung am Hellenstein-Gymnasium. Das Ziel war, dass die Schüler zu „Deutschen Menschen“ erzogen werden sollten! Zu dieser Zeit spielten die Schulen jedoch eine geringer bedeutende Rolle als die Hitlerjugend.

Während dieser Zeit waren diese Rektoren an der damaligen Oberschule tätig. Herr Schapper war von 1920 bis 1933 Schulleiter der damaligen Oberschule. Er wurde jedoch wegen seiner politischen Einstellung, die nicht dem Nationalsozialismus entsprach entlassen. Nach ihm wurde Herr Dr. Honold Schulleiter. Herr Dr. Honold war von 1933 bis 1945 an der Oberschule tätig. Während seiner Zeit wurde die Schule in „Horst-Wessel-Schule“ umbenannt. Nach Herr Dr. Honold wurde Herr Rieder Schulleiter der „Horst-Wessel-Schule“. Er war an der Schule nur von 1943 bis 1945 tätig.

Ein Schüler von damals erzählte von seiner Zeit an der „Horst-Wessel-Schule“. Ihn beeindruckten vor allem das schwere Holztor und das auffächernde Treppengeländer.

Die meisten Zeitzeugen erinnern sich an eine normale Schulzeit an der „Horst-Wessel-Schule“. Jedoch gab es an der Schule keine Religionslehre mehr, sondern einen Weltanschauungsunterricht. In der Kirche fand jedoch eine Art mit dem der heutige Konfirmanden Unterricht zu vergleichen ist statt. Der Mathematik und Latein Unterricht fand bis zum Ende des Krieges statt.

 

Das HG in den Jahren 1945-1989:

 

 

Nachdem Flugalarme den Unterricht störten wurde das Hellenstein-Gymnasium 1945 zum Lazarett und im Juni wurde die Schule dann von amerikanischen Truppen belegt. Zwei Monate später zogen diese Truppen wieder ab.

Am 10.12.1945 wurden die Oberschulen wieder eröffnet. Obwohl es an Lehrern mangelte, durften nur weiße Lehrer unterrichten.

Die Schüler mussten 29-30 Stunden in der Woche in die Schule gehen. Nach dem Tod von Direktor Dr. Rieder wurde Dr. Paul Schmid Schulleiter. Die Klassen waren so groß, dass man einen Schichtunterricht einführen musste. Das Gebäude war so aufgeteilt, dass die Volks- und Hilfshochschule im 2.Stock war, die Schiller-Oberschule für Mädchen im 1.Stock und die Knabenoberschule im Erdgeschoss und Keller war. Von Weihnachten bis Ostern wurden 80 ungeeignete Schüler ausgeschieden.

1946/47 war der Winter sehr streng und da es keine Heizung gab wurden die Winterferien verlängert. Die Schüler mussten ihre Aufgaben von der Schule abholen und zu Hause erledigen.

Die Schiller-Oberschule zog im April 47 in ein eigenes Gebäude. Da es an Heizöl mangelte, konnte man die Klassenzimmer nur bedingt beheizen. Auch an Schulmaterial mangelte es.

1948 zog auch die Volksschule aus dem Gebäude der Hellensteinoberschule aus und es wurde ein Schülerausschuss und ein Elternbeirat gebildet. Geistliche kamen an die Schule und hielten jeden Donnerstag eine Schülerandacht. Da nun nur noch die Hellenstein-Oberschule im Gebäude war, wurde die Schule zu „Hellenstein-Gymnasium“ umgenannt.

Im Jahr 1951 nahmen 4 Schüler des HGs am 1. Austausch mit Frankreich teil und ein Jahr später fuhren 3 Schüler nach England. Wegen einer Grippeepidemie wurde die Schule vom 30.12.-3.1. 53 geschlossen.

Anfang August 1955 begann die Erneuerung des Altbaus.Das Gebäude wurde um 2 Stockwerke aufgestockt. 1957 wurden erstmals Mädchen am Hellenstein-Gymnasium aufgenommen. 1958 wurde die PAO (Politische Arbeitsgemeinschaft der Oberschulen) gegründet. Im gleichen Jahr trat Dr. Strohecker in den Ruhestand und etwa ein Monat später wurde Dr.Franck Schulleiter. Dadurch wurde die Raumnot etwas gemildert. Die Schulstunden dauerten nun nur noch 45min und es wurden neue, aktuellere Themen im Unterricht eingeführt. Dadurch stieg die Schülerzahl jedoch stark und es kam wieder zu Lehrermangel. Es wurden viele Referendare und Aushilfslehrer eingestellt.

Vom 20.5.-2.6.1960 fand der erste Schullandheimaufenthalt im Ausland statt.

1971/72 werden Mädchen in den naturwissenschaftlich-mathematischen Klassen aufgenommen.

Am 7. Juli 1972 wurde die gymnasiale Oberschule umgestaltet. z.B. wurde die Form des Unterrichts und die Gestaltung der Lehrpläne von Grund auf verändert. Außerdem wurde das Pavillon gebaut um neue Räume zu schaffen.

1975 wurde die Schülerzeitung Hinkelstein eingeführt

Vom 20.-24.07.1984 fanden erstmals die Projekttage und der erste Schüleraustausch mit Virginia statt.

 

Das HG in den Jahren 1989 bis Heute:

Als ganz Deutschland den Mauerfall bejubelte, feierte das HG 1989 sein großes Jubiläum:

 

- 500 Jahre Lateinschule

- 150 Jahre Realschule

- 100 Jahre Mittlere Reife

- 90 Jahre Schulgebäude

- 75 Jahre Reifeprüfung(Abitur)

 

 

Zeitgleich wurden die Außenrenovierungen des Schulgebäudes abgeschlossen.

 

Drei Jahre später ging der Schuldirektor Offenhäuser nach 20 Jahren in seinen wohlverdienten Ruhestand

 

 

und Dr. Kerler übernahm 1992 sein Amt. Unter seiner Leitung veränderte sich das HG beträchtlich.

 

 

 

Um die Arbeit der Schüler zu unterstützen, wurde zwei Jahre später der Computerraum neu ausgestattet. Ein Jahr darauf folgte die Renovierung der Fachräume für Chemie, Biologie, Physik und Musik. Zudem wurde 1995 das naturwissenschaftliche Profil eingeführt.

Kurz darauf kam das neusprachliche Profil mit Spanisch als 3. Fremdsprache an das HG. Zwei Jahre danach wurde das G8 ( achtjähriges Gymnasium ) getestet.

Da nach 5 Jahren der Computerraum nicht mehr aktuell war, wurde dieser 1999 noch einmal neu bestückt. Im gleichen Jahr feierte unser Schulhaus sein 100-jähriges Jubiläum und weil ab 2000 ein Computerraum nicht mehr ausreichend war, wurde ein zweiter EDV-Raum eingerichtet.

Zum Schrecken aller Schüler wurde 2004 das achtjährige Gymnasium von der Probe zur Wirklichkeit. Das Positive im Jahr 2004 war die Neugestaltung des Pausenhofes.

Kurz darauf wurde der „Runde Tisch“ eröffnet, der aus Eltern, Lehrern und Schülern besteht, um die verschiedenen Meinungen unter einen Hut zu bekommen.

 

Zum Ende des Schuljahres 2005/2006 verabschiedete sich unser Rektor Dr. Kerler und nach den Ferien trat Fr. Rochau ihr Amt an.

 

 

Außerdem gibt es seit 2006 die Ganztagesbetreuung, die dazugehörige Mensa und einen neuen NWT-Raum.

 

 

2008 bekamen wir sogar neue Toiletten im Erdgeschoss und eine neue Pausenänderung.

 

Ein Jahr danach kam zu unseren Partnerschulen in

 

-Bulgarien

-England

-Polen

-Rumänien

-Belgien

-Schweden

-Griechenland

-Spanien

 

eine weitere Schulpartnerschaft dazu: die DPS Navi Mumbai in Indien und ein Austausch mit der College Park High School in California fand auch statt.

 

Außerdem wurde der Physiksaal renoviert und die Neuntklässler hatten das Vergnügen, den Grundschülern der Bergschule die Chemie näher zu bringen. Diese kamen fast jede Woche 2 Schulstunden lang ans HG.

 

In diesem Jahr bekamen wir einen neuen Bioraum, die Sporthalle wurde renoviert und das neue Comenius-Projekt läuft auch schon. Zudem erfreut sich das HG an dem großen Zulauf an neuen Schülern. Wir haben dieses Jahr über 100 neue Fünftklässler. Dazu wurde die Pausenregelung geändert, sodass die Unter- und Mittelstufen in der großen Pause frische Luft schnappen „dürfen“. Da im letzten Jahr etwas fahrlässig mit Mediengeräten umgegangen wurde, gibt es ab diesem Jahr ein Handyverbot während der Schulzeit.