Mumbai 2010

Eindrücke vom Schulalltag an der DPS

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HG-SchülerInnen geben Deutschunterricht an der DPS

Nachdem wir heute Morgen fast den Schulbus verpasst hätten, sind wir doch noch pünktlich in der Schule angekommen. Das hört sich jetzt ganz normal an, klar jeder ist morgens mal spät dran! Ich war dann aber doch mal wieder ziemlich erstaunt, wie anders für uns alltägliche Dinge in Indien ablaufen können. In der Wohnung ging es morgens sehr hektisch zu, da wir sehr spät dran waren und wir haben sogar unsere Schuhe erst im Aufzug angezogen. Doch dann kam das Überraschende: ich dachte, wir rennen jetzt zum Bus, wie ich es in Deutschland machen würde, aber meine Austauschpartnerin ging wie immer ganz gemächlich zur Haltestelle. Das war dann etwas unverständlich für mich. In Mumbai ist es auch eigentlich gar nicht schlimm, wenn man zu spät dran ist, da der Schulbus sowieso vor jedem Hochhaus hält und notfalls auch nochmal stoppt, wenn noch jemand kommt.

In der Schule hatten wir unser Standardfach "Art". Dieses Mal waren wir nicht wie gewohnt im Kunstraum, sondern im Kindergarten der DPS. Das Programm war dementsprechend ausgelegt. Wir bastelten einen Fisch aus Papier (das hat uns beinahe an unsere kreativen Grenzen gebracht (-;) und haben einen Schal gebatikt.

Anschließend waren wir einige Stunden mit unseren Austauschpartnern im Unterricht und haben diesen miterlebt. Er unterscheidet sich enorm vom deutschen Unterricht. In Indien spricht meist nur der Lehrer und im Klassenzimmer ist es unheimlich laut. Gruppenarbeit kennt man an indischen Schulen nicht.

Herr Nagel und Frau Wacker geben schon seit Beginn unseres Aufenthaltes an der DPS Deutschunterricht. Es war etwas schade, dass wir erst in der dritten Schulwoche am indischen Deutschunterricht teilhaben konnten. Ein Teil unserer Gruppe durfte heute Morgen zum ersten Mal eine Deutschklasse mit 20 Schülern unterrichten. Die Klasse hat seit diesem Schuljahr Deutschunterricht. Wir haben Gruppen gebildet und den etwa 10-jährigen Schülern neue Wörter beigebracht und mit ihnen in einfachen deutschen Sätzen geredet. Dabei haben wir z.B. erfahren, dass es für Inder viel einfacher ist, Deutsch zu lernen als Französisch. Einer anderen Klasse, die bereits länger Deutschunterricht hat, haben wir versucht, die deutsche Uhrzeit zu erklären. Die Deutschstunden haben uns viel Spaß gemacht und waren sehr spannend. Für die indischen Schüler war der Unterricht sehr abwechslungsreich und anders als ihr normaler Unterricht. Da wir uns mit ihnen in einzelnen kleinen Gruppen beschäftigt haben, war dies für sie etwas ganz Neues.

Wie man auf dem Foto sieht, tragen die Schüler Schuluniformen. Für uns war es ziemlich unverständlich, dass diese fast komplett weiß ist. Das ist sehr unpraktisch, da die Schüler in ihrer Schulkleidung z.B. auch Sport machen und die Uniformen dem entsprechend nicht so weiß bleiben, wie sie sein sollten…

Den Einblick in den indischen Schulalltag fand ich sehr interessant und eine tolle Erfahrung, die man meiner Meinung nach nur bei einem Schüleraustausch machen kann. Ich bin schon gespannt darauf, wie unsere indischen Austauschschüler den Schulbesuch bei uns im Hellenstein-Gymnasium im Mai 2011 empfinden werden.

Michaela Mokry
 

03.11.2010 - Letzter Tag

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Indischer Tanz während der Assembly

Rangoli für Diwali


HG-Schülerinnen mit Saris


Heute war unser letzter (Schul)tag in Indien. Am Morgen hatten wir eine Assembly, erstens um uns zu verabschieden und zweitens um Diwali, eines der grössten indischen Feste zu feiern. Die Assembly war ausschließlich  für die unteren Klassen der DPS  und die deutschen Austauschschüler und natürlich Lehrer. Auf dem Programm standen eine Menge Lieder, Tänze und Reden, die von den indischen Schülern wie auch von uns Deutschen vorgeführt wurden.  Es war erstaunlich zu sehen wie lange, die doch noch sehr jungen Schüler, still sitzen und zuhören konnten. Als wir Deutschen aber dann unseren Bollywood Dance vorgeführt haben (den wir in den letzten Tagen von unserer  indischen Tanzlehrerin gelernt haben) sind sie richtig laut geworden und haben geschrien und geklatscht (-; Es war eine sehr lange, aber abwechslungsreiche und schöne Assembly (wenn auch mit sehr vielen technischen Pannen).

Danach hatten wir dann etwas freie Zeit, bis unsere Gasteltern an die Schule kommen sollten. Diese Zeit vertrieben wir uns damit die Klassenzimmer anzuschauen, die von den Schülern zu Diwali mit Rangolis und bunten Lichtern geschmückt wurden. Unzählige  Inder schüttelten uns die Hände um uns  „Happy Diwali“ zu wünschen, manche schenkten uns auch selbstgemacht Bilder oder  Karten.

Um 11.30 Uhr (indische Zeit, also doch etwas später (-; ) kamen dann unsere Gastfamilien und wir führten unsere Tänze noch einmal auf, auch dieses Mal gab es einige technische Schwierigkeiten, und so fiel die Musik mitten in unserem Bollywoodtanz aus, wir waren leicht verunsichert und wollten schon fast aufhören weiter zu tanzen, doch unsere indische Familien sangen den Song einfach für uns weiter, so war die Panne dann geschickt überspielt (-; Nach dem Programm gab es noch „ein paar“  Snacks und es wurden die letzten Gruppenbilder gemacht, bevor alle das letztes Mal mit ihren Austauschschülern nach Hause gingen.

Ich verbrachte meinen letzten Mittag mit meiner Familie in einem Restaurant -The Village-. Passend zum Name war es wie ein altes Dorf eingerichtet. Man bezahlte einmal Eintritt und konnte dann den ganzen Mittag vom Büffet essen. Das Büffet war riesig, und nach den Regionen Indiens aufgeteilt, meine Gastmutter erklärte mir zu jeder Region und jedem Essen etwas, und  dann  musste ich alles versuchen. Am  Schluss war ich total satt aber es war echt interessant das alles probiert zu haben. Zwei Stunden später ging es dann heim (dachte ich zumindest...denn ich musste noch meinen Koffer fertig packen). Aber meine Mutter musste noch „kurz“ zum Juwelier um Schmuck abzuholen, natürlich für Diwali. As dem "kurz" wurde dann eine gute Stunde, bis wir endlich im Auto saßen und heim fuhren.

Zuhause packte ich dann meine Sachen, und bekam noch Unmengen an Geschenken, wie z. B. Kochbücher, Süßigkeiten, und Erinnerungsstücke von unserem Farmbesuch (-; . Dabei hatte ich eh schon Übergepäck... Kurz vor acht fuhren wir dann zur Schule, wo unser Bus, der uns zum Flughafen fahren sollte, wartete. Ich wurde richtig traurig, mich jetzt endgültig von meiner Familie zu verabschieden und Indien zu verlassen, und ich war nicht die einzige! Die Stimmung an der Schule war ziemlich traurig, und bei der Verabschiedung flossen dann auch jede Menge Tränen, so dass am Schluss fast alle Deutschen im Bus ein Taschentuch brauchten. Unweigerlich fuhr  unser Bus los in Richtung Flughafen  und  wir winkten ein letzes mal, alle mit der Hoffnung uns bald wieder zu sehen. Denn ich hab in Indien, bei meiner Gastfamilie mein zweites Zuhause gefunden!
Lina Zimmermann
 

30.10.2010 - Schuhe und Saris

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Inzwischen bin ich so daran gewoehnt, Englisch zu sprechen, dass es mir ganz ungewohnt scheint, diesen Bericht in Deutsch zu schreiben. So schnell passt man sich an…:-)


Am Samstag fuhr ich zusammen mit meiner Austauschschuelerin Annagha sowie Joysheel und Severine nach Mumbai zur ‘Linking Road’, einem grossen Schuh- und Bekleidungsmarkt. Wie immer war der Verkehr verrueckt, laut, turbulent… (Man kann viele Adjektive fuer das Mumbaier Strassenchaos finden). Als wir nach schnellen eineinhalb Stunden mit PKW und Fahrer dort ankamen, trafen uns hellhaeutige Europaeer wie erwartet wieder viele Blicke. Nachdem wir noch Prachi, eine indische Freundin vom letzten Austausch bei McDonald’s aufgegabelt hatten, ging es los ins Schuhparadies:
Alle Haendler wollen den Leuten Schuhe andrehen und wenn jemandem ein Paar Schuhe gefallen, dann zeigt man einfach darauf, der Haendler holt sie dann und zieht sie einem an. Prachi, die beste im Handeln, war uns eine grosse Hilfe. Sie konnte den Preis von 650 Rupien (ca. 10 Euro) auf 100 Rupien (ca. 1,50 Euro) herunter handeln. Schmuck fanden wir auch sehr viel, wie z.B. Armreifen fuer weniger als einen Euro. Zufrieden mit unseren Schnaeppchen liessen wir uns wieder heimfahren.


Zuhause ging es dann sofort weiter mit dem “dress up” fuer Mata Ki Chowki. Zu diesem Anlass singt man und betet zu dieser Goettin. Ich sollte dazu einen Sari tragen. Das Anziehen eines Sari dauert bei meiner Gastmutter nur fuenf Minuten, aber es ist anscheinend doch schwieriger einen Sari einer anderen Person anzuziehen. So hat es ca. dreissig Minuten gedauert, das mehrere Meter lange Tuch richtig um mich herumzuwickeln. Und das alles ohne Ventilator, sodas man so richtig ins Schwitzen kommt. Denn der Sari darf keine ungewollten Falten werfen, die durch den Wind des Ventilators entstehen wuerden und fest sitzen muss er auch noch. Das gilt auch fuer den langen Unterrock, der unter dem Sari zu tragen ist und der genauso schrecklich festgezogen wird. In diesen Unterrock wird der Sari am Ende ‘reingestopft’. Das Ganze wird dann noch mit ca. 15. Sicherheitsnadeln festgesteckt. Gehen, Sitzen und Aufstehen ist nun auch nicht mehr so einfach, denn es darf ja nichts verrutschen!
Am Ende des Abends wurde ich dann aber doch fuer meine Ausdauer gelobt und so kann ich sagen, dass es machbar ist, sich in einem Sari zu bewegen. Sogar tanzen kann man darin ganz gut und schoen aussehen tun Saris allemal.....:-)

Annkathrin Swanson

   

27.10.2010 - Nehru Science Centre

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Heute haben wir einen Ausflug ins "Nehru Science Centre" gemacht. Normalerweise braucht man von der Schule dorthin nicht laenger als eine Stunde. Doch die Hinfahrt fing schon gut an: Der Busfahrer hat sich verfahren, so dass wir wesentlich laenger gebraucht haben. Aber das hatte auch etwas Gutes, denn so sind wir an der Moschee "Masjid Ali", die auf einer Insel im Meer liegt vorbei gefahren. Ob sich der Busfahrer wirklich verfahren hat, oder einfach nur mehr Geld verdienen wollte, ist bis jetzt noch nicht ganz klar;-)

Im Science Centre endlich angekommen, war es dann aber echt interressant! Erst schauten wir uns eine Ausstellung an, in der man einiges ausprobieren konnte, wie z.B. "Nagelstuehle" oder verzerrende Spiegel. Dann haben wir einen kurzen 3D-Film angeschaut. Es war ein Zeichentrickfilm ueber das Leben einer Schildkroete im Ozean. Da der Film ohne Worte war, wirkte die Filmmusik besonders beeindruckend auf die Zuschauer.

Ausserdem waren wir im Imax-Kino mit einem Film ueber unsere Ozeane. Wir waren genau so beeindruckt, wie die vielen lauten Kinder hinter uns:-). Nachdem wir dann noch eine nett gemachte Chemievorstellung von einem, von seinem Fach begeisterten Mann zu sehen bekamen, hatten wir noch etwas Zeit fuer die Ausstellung, bis bei allen der Magen knurrte. Draussen im Garten fanden wir unter Sonnenschirmen ein schoenes Plaetzchen zum Essen. Danach ging es - ohne Verfahren - heim, so dass wir bereits um 15.30 Uhr wieder bei unseren Familen waren.

Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt!

Daniela Kocsis

 

 

24.10.2010 - Tag 2 im Nature Camp

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Abseilen im Dschungel 

Am zweiten und letzten Tag im Nature Camp ging es schon um 7.00 Uhr frueh los mit einer morgendlichen Wanderung ueber Stock und Stein im Regenwald in der Naehe des Camps. Da es in den vergangenen Tagen immer wieder geregnet hatte, war der Weg aeusserst glitschig und wir schlidderten die steilen und steinigen Abhaenge auf allen moeglichen Koerperteilen hinunter, wobei die Inder als aeussert wandergeuebte Menschen ;--) in sehr grosse Bedraengnis kamen. Nach einiger Zeit erreichten wir einen kleinen Wasserfall, der ueber einen riesigen, glatten Felsen zu uns herunterplaetscherte. Hier war ‘rappelling’, d.h. das Abseilen vom Gipfel aus angesagt. Unter Anleitung der indischen Guides bekam jeder kletterwillige Schueler nach und nach einen Klettergurt angelegt, mit dem er nach oben zum Ausgangspunkt ging und sich von dort aus abseilen konnte. Anschliessend ging es wieder zurueck zum Camp ueber weiterhin rutschige und steinige Pfade.


Zurueck im Camp staerkten wir uns mit einem indischen Fruehstueck, bevor wir zu unserem naechsten Kurzausflug aufbrachen. Dieser fuehrte uns zu einem kleinen indischen Dorf, das zu Fuss ca. fuenfzehn Minuten vom Camp entfernt lag. Das Dorf besteht aus nur wenigen Huetten und einer winzigen Dorfschule, in die der Lehrer taeglich aus der Umgebung anreist und die wenigen Kinder des Dorfes in einer gemeinsamen Klasse unterrichtet. Im Dorf wurde uns auch gezeigt, wie die Reiskoerner von der Spreu getrennt werden, indem die trockenen Reisbuendel auf einen Stein geschlagen werden. Chilieschoten trockneten in Koerben oder auf Tuechern in der Sonne, das Wasser wird von einer Quelle in den Bergen geholt und die Frauen waschen die Waesche im Fluss.


Insgesamt war es sehr schockierend zu sehen, in welch einfachen und aermlichen Verhaeltnissen viele Menschen hier in Indien leben muessen. Mit jedem Tag hier in Indien sieht man viel Neues, manchmal Gutes, manchmal Schlechtes, doch die Erfahrung, die man hier sammelt, waechst jeden Tag.

Christian Hug

   

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